Pilotprojekt der Zementhersteller plant künftig abgeschiedenes CO2 als Rohstoff für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe zu nutzen

18. November 2020

Das Pilotprojekt „catch4climate“, für das sich vier Zementhersteller zusammengeschlossen haben, geht aktiv die Abscheidung von CO2 und dessen industrielle Nutzung an. Auf dem Gelände des Zementwerks in Mergelstetten in Süddeutschland beabsichtigt das Konsortium eine eigene Demonstrationsanlage im halbindustriellen Maßstab zu bauen und zu betreiben, die das sogenannte Oxyfuel-Verfahren zur CO2 Abscheidung einsetzt. Das in Mergelstetten gewonnene CO2 soll künftig genutzt werden, um mit Hilfe erneuerbarer Energien sogenannte „reFuels“, also klimaneutrale synthetische Kraftstoffe, wie beispielsweise Kerosin für den Flugverkehr, herzustellen.

Die Zementindustrie sucht intensiv nach Lösungen, um insbesondere die CO2-Emissionen, die beim Brennen des eingesetzten Kalksteins unvermeidbar entstehen, wieder in einen Kreislauf zu bringen oder für neue Produkte zu nutzen. Hierfür muss das CO2 beim Zementherstellungs-prozess abgeschieden werden. Um solche Verfahren in der Praxis zu demonstrieren, haben die vier europäischen Zementhersteller Buzzi Unicem SpA – Dyckerhoff GmbH, HeidelbergCement AG, SCHWENK Zement KG und Vicat S.A. bereits Ende 2019 die gemeinsame Gesellschaft CI4C – Cement Innovation for Climate – gegründet. Das „catch4climate“-Projekt soll nun die Voraussetzungen für einen großflächigen Einsatz von CO2-Abscheide-Technologien in Zementwerken schaffen, um so eine spätere Verwendung des CO2 als Rohstoff in anderen Prozessen zu ermöglichen (CCU, CCS).

Das Oxyfuel-Verfahren (aus Oxy für Oxygen = Sauerstoff und fuel = Brennstoff) ist ein Klinkerbrennverfahren, bei dem anstelle von Luft reiner Sauerstoff in den Zementofen eingebracht wird. Dank des reinen Sauerstoffs gelangt kein Stickstoff mehr in den Brennvorgang und ein hochkonzentriertes CO2 entsteht. Ziel ist es, nahezu 100 Prozent der CO2-Emissionen eines Zementwerks kosteneffizient abzuscheiden. Die europäische Zementindustrie könnte durch die Nutzung dieser Technologie eine erhebliche Minderung der prozessbedingten CO2-Emissionen erreichen und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Realisierung des Projektes steht noch unter dem Vorbehalt der zu beantragenden Fördermittel.

Das CI4C Konsortium ist bereits in die Planungsphase eingestiegen und kooperiert bei dem Pilotprojekt „catch4climate“ in Mergelstetten eng mit dem Land Baden-Württemberg. Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten und dem Verkehrsminister des Landes wurde am 18. November 2020 in Stuttgart ein entsprechender „Letter of Intent“ unterzeichnet.

 

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