Die SCHWENK Technologiezentrum GmbH & Co. KG informiert

Baustellenzwischenbericht „Hochwertige Sichtbetonoptik für das Bischof-Ketteler-Haus“

3. März 2020

Das Bischof-Ketteler-Haus gehört mit seiner markanten rosafarbenen Fassade zu den auffälligsten Gründerzeit-Gebäuden in der Olgastraße in Ulm. Der Name des Gebäudes geht auf Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler zurück, der sich als Theologe und Begründer der katholischen Arbeiterbewegung einen Namen gemacht hat.

Seit 2017 finden im und um das Gebäude umfassende Neu- und Umbaumaßnahmen statt. So mussten alle im Gebäude ansässigen kirchlichen bzw. kirchennahen Institutionen (Caritas, Dekanschule, katholische Erwachsenenbildung, Betriebsseelsorge, Jugendmigrationsdienst) für ca. zwei Jahre in die ehemalige Sparkasse in Ulm umziehen, damit die geplanten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden konnten. Auftraggeber ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart, welche ca. 3 Millionen € allein für die Kernsanierung investiert hat. Neben den Sanierungsmaßnahmen im Gebäude selbst, wurde in diesem Jahr im Innenhof ein Veranstaltungsgebäude neu errichtet. Nachfolgend wird näher auf dieses Bauwerk eingegangen. Nach Fertigstellung aller Arbeiten wird das Bischof-Ketteler-Haus ein „Haus der katholischen Kirche“ in Ulm darstellen.

 

Abb. 1: Begutachtung der Musterplatten, Abb. 2: Ansicht der Schalung für die Wände

Auf Wunsch des Bauherrn sollte das Veranstaltungsgebäude als Sicht- und Farbbeton ausgeführt werden. Vor Baubeginn wurden deshalb umfangreiche Vorversuche durch das SCHWENK Technologiezentrum durchgeführt. Dies beinhaltete beispielsweise die Auswahl von rotem Porphyr (Fraktion 2/10) als Gesteinskörnung, welche als gebrochenes Korn zur Anwendung kam. Des Weiteren wurden 16 Musterplatten hergestellt, um einen Eindruck von der Farbtongebung am Festbeton durch die zugegebenen roten Farbpigmente zu erhalten (Abb. 1). Anschließend wurden die Musterplatten durch Säuern, Stocken, Sandstrahlen und Nadeln nachbearbeitet. Ausgehend von diesen gewonnenen Erkenntnissen wurde vorab eine Musterwand betoniert, um die endgültige Ausführungsweise mit dem Bauherren und Architekturbüro abzustimmen.

Die Farbbetonrezeptur wurde mit einem Portlandkompositzement und der oben angesprochenen roten groben Porphyr-Gesteinskörnung ausgeführt (Abb. 2). Die Oberfläche des Betons wurde durch Stocken nachbearbeitet. Für die zu erstellenden Wände sollte der Beton folgende Anforderungen bzw. Kennwerte erfüllen:

Anforderungen Wand
Expositionsklassen XC4, XF1, XA1
Druckfestigkeitsklasse C 30/37
Zementart CEM II/A-M (V-LL) 42,5 N
Größtkorn 10 mm
Zusatzmittel PCE-FM
Konsistenzklasse F3

 

Die Belieferung der ausgeschriebenen ca. 30 m³ Farbbeton erfolgte durch die SCHWENK Beton Alb-Donau GmbH & Co. KG. Eine besondere Herausforderung im Rahmen der Errichtung waren dabei die beengten Platzverhältnisse (Abb. 3). Aufgrund dessen galt es im Vorfeld ein besonderes Augenmerk auf die Logistik zu legen, um die Anlieferung und den Einbau des Farbbetons störungsfrei realisieren zu können.

Abb. 3: Ansicht der Baustellenverhältnisse, Abb. 4: Hilfskonstruktion für die Betonierarbeiten

Das Veranstaltungsgebäude besitzt eine Grundfläche von ca. 11,00 m x 10,00 m und weist eine Höhe von ca. 3,50 m auf. Bedingt durch die schlanke Bauteilgeometrie der Wände, galt es im Vorfeld den Einbau des Betons zu planen, um die Entmischungsgefahr zu minimieren. Für die Innenschalen der Wände wurden deshalb temporär KG-Rohre angebracht, über die der Beton eingebracht wurde (Abb. 4). Die dafür notwendigen Betoniergassen wurden bereits beim Verlegen der Bewehrung berücksichtigt. Der Beton für die Außenschale des Gebäudes wurde mit Hilfe von Dachrinnen eingebaut.

Aufgrund der intensiven Rezepturentwicklung vor Baubeginn, einer ständigen Produktionskontrolle im Transportbetonwerk und der betontechnologischen Betreuung durch das SCHWENK Technologiezentrum auf der Baustelle konnte der Farbbeton qualitätsgerecht geliefert und eingebaut werden. Bauherr und Architekt waren zudem mit dem optischen Eindruck der Fassade sehr zufrieden.

Abb. 5: Veranstaltungsgebäude nach der Fertigstellung

SCHWENK Technologiezentrum GmbH & Co. KG

Ort: Olgastraße 137, 89073 Ulm
Zeitraum: 25.03.2019-05.06.2019
Bauausführende Firma: Mayer-Madel Bauunternehmung GmbH
Lieferwerk: SCHWENK Beton Alb-Donau GmbH & Co. KG – Werk Donautal

 

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