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Baustellenbericht „Neubau der „CI-Factory“ der Fa. Engelbert Strauss in Schlüchtern“

31. Juli 2019

Unter dem Namen „CI-Factory“ entsteht in Schlüchtern seit September 2017 in umittelbarer Nähe zur Bundesautobahn A66 ein neuer Produktionsstandort der Engelbert Strauss GmbH & Co. KG (Abb. 1). „CI“ ist die Abkürzung für Corporate Identity und meint das Erscheinungsbild eines Unternehmens in der Öffentlichkeit. Das bedeutet im Fall von Engelbert Strauss, personalisiertes Outfit von Kopf bis Fuß für Kunden herzustellen. Deshalb investiert das auf Berufsbekleidung und Arbeitsschutzschuhe spezialisierte Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag für den Neubau eines neuen Standortes. Auf dem 85.000 m² großen Gelände wird neben Shuttle-Logistik, Prüflabor und Logo-Manufaktur ein Werksverkauf eingerichtet werden. Herzstück des Standortes ist jedoch die gläserne Hightech-Schuhproduktion, in der nach individuellem Kundenwunsch konfigurierte Arbeitsschuhe hergestellt werden. Ein weiteres Highlight des Neubaus ist die mit 22.500 m² aktuell größte Fassade Deutschlands, welche ein futuristisches Interieur ausdrücken soll. Der Produktionsstart ist für 2020 geplant. Darüber hinaus sollen mittelfristig 300 neue Ausbildungs- und Arbeitsstellen geschaffen werden.

Ort:                                       Schlüchtern
Zeitraum:                            September 2017 – 2020
Bauausführende Firma:    Klebl Baulogistik GmbH
Lieferwerk:                         Kinzigbeton GmbH & Co. KG – Werk Schlüchtern

Abb. 1: „CI-Factory“ der Fa. Engelbert Strauss in Schlüchtern

Abb. 1: „CI-Factory“ der Fa. Engelbert Strauss in Schlüchtern

Für die Errichtung dieses komplexen Bauwerks war der Einsatz zahlreicher Herstellungstechnologien Voraussetzung. Zur Gründung des Bauwerkes waren umfangreiche Tiefbauarbeiten erforderlich. Die Abtragung der Lasten des Gebäudes in das Erdreich erfolgte durch umfassende Spezialtiefbauarbeiten mit ca. 15.000 m³ Bohrpfahlbeton (Abb. 2). Insgesamt wurden ca. 42.000 m³ Beton für den Hochbau beliefert, wobei davon ca. 12.000 m³ auf die massigen Fundamente entfielen. Die dafür notwendige Rezeptur wurde durch das SCHWENK Technologiezentrum entwickelt und durch das Lieferwerk der Kinzigbeton GmbH & Co. KG, Werk Schlüchtern, sowie durch Werke anderer Betonhersteller, geliefert. Der Beton für die massigen Bauteile wurde unter Verwendung eines Hochofenzementes CEM III/B 42,5 N-LH/SR ausgeführt, um eine möglichst geringe Wärmeentwicklung sicherzustellen bzw. die Gefahr der Rissbildung zu minimieren (Abb. 3). Das Größtkorn war auf 22 mm begrenzt, wobei die Fraktionen 2/8, 8/16 und 16/22 als gebrochenes Korn zur Anwendung kamen.

Für die zu erstellenden Fundamente sollte der Beton folgende Anforderungen bzw. Kennwerte erfüllen:

Anforderungen Fundament
Expositionsklassen XC4, XF2, XF3, XA3, XD3
Druckfestigkeitsklasse C45/55
Zementart CEM III/B 42,5N-LH/SR
Größtkorn 22 mm
Zusatzmittel PCE
Konsistenzklasse F4

 

Abb. 2: Vorbereitung der Bohrpfahlgründung
Abb. 3: Ansicht der betonierten Fundamente

Eine weitere Besonderheit im Herstellungsverfahren war der Bau der sechs Treppenhäuser in Gleitbau­weise. Mit diesem Herstellungsverfahren wurden Bauteilhöhen zwischen 28 m und 48 m realisiert. Die Gleitdauer betrug je nach Höhe und Jahreszeit zwischen 8 und 12 Tagen. Die Betonrezepturen wurden ebenfalls durch das SCHWENK Technologiezentrum entwickelt und die ca. 4.500 m³ durch das Lieferwerk der Kinizigbeton GmbH & Co. KG sowie durch Werke anderer Betonhersteller bereitgestellt. Der Beton wurde dabei mit verschiedenen Bindemittelkombinationen ausgeführt (CEM I 42,5 R mit CEM I 52,5 R (bs) oder CEM I 42,5 R mit CEM II/A-LL 42,5N). Der Beton sollte folgende Anforderungen bzw. Kennwerte erfüllen (exemplarischer Rezepturtyp):

Anforderungen Treppenhaus
Expositionsklassen XC4, XF1, XA1, XD1
Druckfestigkeitsklasse C30/37
Zementart CEM I 42,5 R
Größtkorn 22 mm
Zusatzmittel PCE
Konsistenzklasse F3

 

Abb. 4: Errichtung des Rohbaugebäudes
Abb. 5: Herstellung der Treppenhäuser in Gleitbauweise

Aufgrund einer ständigen Produktionskontrolle im Transportbetonwerk und der betontechnologischen Betreuung durch das SCHWENK Technologiezentrum auf der Baustelle, konnten die verschiedenen Betone qualitätsgerecht geliefert und eingebaut werden.

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