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SCHWENK Betonseminare 2026 – Transformation mit Realismus

SCHWENK Betonseminare 2026 – Transformation mit Realismus

10. Februar 2026

Zu Jahresbeginn sind die SCHWENK Betonseminare an den Standorten Leipzig, Schweinfurt und Heidenheim die Begegnungsplattform der zementverarbeitenden Baustoffindustrie, Bauunternehmen und Planern. Über 700 Gäste nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen, zu vernetzen und neueste Entwicklungen der Branche zu erleben.

Die Begrüßung und Moderation der Veranstaltungen erfolgte wie gewohnt durch Werner Rothenbacher, Leiter der Bauberatung bei SCHWENK. Abgerundet wurde das fachliche Programm jeweils durch einen unterhaltsamen Expertenvortrag zu den Themen Cybersicherheit, nonverbale Kommunikation und Künstliche Intelligenz.

Im Eröffnungsvortrag gab Dr. Hendrik Möller, Mitglied der Geschäftsleitung, einen klaren Überblick über die Marktentwicklung und die strategische Ausrichtung der SCHWENK Baustoffgruppe. Trotz eines schwierigen Marktumfelds mit rückläufigem Zementverbrauch bleibt SCHWENK stabil auf Kurs. 2026 steht besonders der CBAM-Ausgleichsmechanismus im Fokus, begleitet von einer weiteren Kürzung der freien Zertifikatszuteilungen und einem abgesenkten Benchmark für die Klinkerherstellung.

SCHWENK verfolgt eine konsequente Dekarbonisierungsstrategie:

  • Senkung des Klinkergehalts durch etablierte SCM-Konzepte,
  • Dekarbonisierung der Klinkerproduktion, u. a. durch Beteiligungen an CCS-Technologien
  • Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch Zukäufe und Beteiligungen,
  • Innovationen und Nutzung regenerativer Energien entlang der Wertschöpfungskette.

Ein wichtiger Meilenstein in Sachen Innovation: Das neuartige Bindemittel Celitement® erhielt nach vier Jahren intensiver Prüfung die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung – als einziges Bindemittel für alle Betonexpositionsklassen.

Im Anschluss stellte Tobias Kaschke das Projekt „catch4climate “ vor – eines der derzeit spannendsten Zukunftsthemen der Zementindustrie. Erstmals bündeln vier Unternehmen ihr Fachwissen, um das Pure‑Oxyfuel-Verfahren zur CO₂‑Abscheidung unter Realbedingungen zu testen. Die Forschungs- und Entwicklungsanlage in Mergelstetten soll in mehrwöchigen Kampagnen rund 450 t Klinker pro Tag produzieren und wird bewusst ohne Fördermittel umgesetzt. Zentrale Ziele sind eine hohe Abscheideeffizienz, minimale Energieverbräuche und die Sicherstellung der Produktqualität. Zudem bietet der Prozess die Chance, Hochleistungsklinker zu entwickeln. Die 50 Mitarbeitenden wurden bereits intensiv geschult.

Den praxisbezogenen Fachvortrag „Druckfest, dauerhaft, klimafreundlich: Moderne Zemente im Spannungsfeld zwischen Technik und Umwelt“ hielten am Standort Leipzig Sven Mellwitz und Christian Fratscher an den Standorten Schweinfurt und Heidenheim. Vorgestellt wurde die Entwicklung der Zementsortenverteilung in Deutschland sowie Strategien zur verstärkten Nutzung von Zumahlstoffen wie Hüttensand, Flugasche, Kalkstein oder künftig mechanisch aktiviertem Ton. Diese ermöglichen eine deutliche CO₂‑Reduktion durch niedrigere Klinkergehalte. Die Referenten gaben einen Überblick über standortbezogene klinkereffiziente Zemente und deren Anwendungsregeln. Ein zentrales Thema bleibt die Verfügbarkeit von zusätzlichem Siloraum bei den Kunden.

Weiterhin wurden die Vorteile und Herausforderungen klimaschonender Zemente in der Transportbeton- und der Betonfertigteilindustrie erläutert – von CO₂-Einsparpotenzialen über notwendige Rezepturanpassungen bis hin zu Vorteilen von Portlandkompositzementen für die moderate Temperaturentwicklung massiger Bauteile. Ergänzend wurden EPDs, das neue CCC-Label, relevante CSC‑Label sowie CSC‑Module zur Dokumentation der Nachhaltigkeit vorgestellt. Die Prognosen zur CO₂-Kostenentwicklung zeigen deutlich: Klinkerreduzierte Zemente werden wirtschaftlich zunehmend attraktiver. Die Branche muss einen ausgewogenen Kompromiss zwischen technischen Anforderungen, Produktionsprozessen, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz finden. Die SCHWENK Bauberatung begleitet ihre Kunden dabei zuverlässig. In allen Werken sind bereits heute die passenden leistungsfähigen und klimafreundlichen Bindemittel abrufbar.

Unter dem Titel „Baulos H53 Pfons–Brenner: Tunnelbau im Herzen der Alpen“ präsentierten die Bauleiter Werner Fleißner und Alexander Mattle (PORR Bau GmbH) die Arbeiten am größten Tunnelbaulos Österreichs und dem längsten Eisenbahntunnel der Welt. Seit Mai 2023 realisiert die ARGE PORR–MARTI das Baulos H53, einen zentralen Abschnitt des Brennerbasistunnels, mit einem Auftragsvolumen von 959 Millionen Euro und einer geplanten Bauzeit von 70,5 Monaten. Der Vortrag zeigte eindrucksvoll die Dimension des Projekts: Zwei eingleisige Haupttunnelröhren über 25,2 km sowie 3,6 km Erkundungs‑ und Querschläge entstehen. Zum Einsatz kommen im Projekt zwei Doppelschild-Tunnelbohrmaschine von Herrenknecht (Ø 10,37 m) sowie ein konventioneller Sprengvortrieb. Eine besondere Rolle spielt die baustelleninterne Logistik für Tübbinge, Ausbruchmaterial und Gesteinskörnungen, die größtenteils über die Bahn abgewickelt wird. Für den Nassspritzbeton liefert SCHWENK CEM I 52,5 N‑SR 0 aus dem Werk Allmendingen – ein wichtiger Baustein für dieses Infrastrukturprojekt von europäischer Bedeutung.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei den SCHWENK Betonseminaren im Januar 2027!

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